Hier: Lebensraum – Medien

Sehr geehrte Damen und Herren in der Redaktion,
wir bitten um die Veröffentlichung des folgenden Leserbriefes in Ihrer nächsten Ausgabe. Anlaß: Zur öffentlichen Pressemeldung zur Feststellung, dass der linksrheinische Salzbergbau „Systemrelevant“ sei.   Was hat diese Aussage für Auswirkungen? Pressemeldung: Systemrelevant
Danke   Xanten, 31.03.2020

Leserbrief vom HWS
Systemrelevanter Bergbau ist zu dulden?
Das gilt insbesondere für das hochwasserbedrohte niederrheinische Gebiet wo nach Steinkohle und Steinsalz „gegraben“ wird/wurde.
Die dadurch erzeugten ewiglichen Risiken und Schäden werden auf die Schultern der Betroffenen abgewälzt. Die Politik hält fest an feudale Strategien und ignoriert daraus erwachsene Konsequenzen für die Allgemeinheit!

Erinnern wir uns an die NRW-Studien (2000-2004) anlässlich der extremen Rheinabflüsse im vergangenen Jahrhundert. Wonach die Bewohner potenzieller Überflutungsgebiete zur Vorsorge gegen Hochwassergefahren aufgerufen wurden? Die potenziellen Schäden und die grenzüberschreitenden Auswirkungen von extremem Hochwasser uns vor Augen geführt wurde? Mündige Bürger fragen sich zu Recht, welchen Zweck dienen diese existenzgefährdeten Informationen? Da uns Bürgern/Kommunen die Eigenverantwortung gegenüber Hochwassergefahren unter Bergbaueinfluss nicht genommen wird.
Was bewirken die Studien, Gesetze/Richtlinien (z. Bsp. Die EU-Hochwasser-Risiko-Management-Richtlinie) mit ihren Gefahren- und Risikoplänen, wenn sie nicht die Verpflichtung zur Vorsorge und Schadensverhinderung zum Ziel haben. Der Katastrophenschutz kann Hochwassergefahren nicht verhindern, schon gar nicht die Rettung von Menschen und Tieren sicherstellen.
Das Hochwasserschutzsystem am Niederrhein hat nicht nur technische Schwachstellen. Nicht nur durch den permanenten Sanierungsüberhang, sondern auch durch den amtlichen Deichschutzgrad (BHW2004) der nicht generell für schadlose Rheinabflüsse ausgelegt ist. Behörden wissen, wonach Gebiete bei Deichversagen bzw. bei Überströmung überschwemmt werden. An erster Stelle steht das linksrheinische Bergsenkungsgebiete ohne natürliche Abflussmöglichkeit in den Vorfluter (Hauptstrom). Betroffen ist der Lebensraum von rd. 1.000.000 Menschen. Bei einem 3-stelligen Mrd. Euro Schadenspotenzial.
Nach Aussage des MUNLV vom 24.Okt.2004 ist „das vorhandene Schutzniveau dem vorhandenem Schadenspotenzial angemessen …“(!). Allerdings wird angemerkt: “Stattdessen sollen Strategien entwickelt werden, wie so seltenen Abflussereignissen begegnet werden kann.“  Dazu gibt es seit 15 Jahren seitens der Landesregierung kein Konzept. Wartet die Politik auf einen Gau, den man durch Nichtstun regelrecht provoziert. Will man Ewigkeitslasten los zu werden?  Wen interessiert dabei den Erhalt der Infrastruktur und das Leben der Bürger mit ihrem Eigentum?
In Sorge um den lebensraum und Sicherheit der Bürger hat sich der HWS vor Jahrzehnten gegründet. Fazit ist, das Studien und Gesetze/Richtlinien bisher nicht dazu führten wirtschaftliches Handeln, soziale Verantwortung und Schadensverhinderung verpflichtend und abwägend im Einklang zu bringen.
Hier setzt der HWS an. Indem die Forderung nach einer Gerinneentlastung auch von wissenschaftlicher Seite unterstützt wurde. Mit dem Ziel: „Extreme Rheinabflüsse dürfen den Niederrhein nicht erreichen!“ Sonst droht ein worst case! Insbesondere für die niederrheinischen Bergbausenkungsgebiete. Der HWS hat einen Plan zur Risikominderung, auf den die Politik bisher nicht reagiert.
Hintergrundinformation unter https://nr-feldmann.de/wp-content/uploads/2020/02/BVWP-2030-Antrag-HWS-1.pdf

Reaktion auf den Leserbrief

 06.04.2020: “Sorge um HochwasserschutzSorge HWS-NRZ

08.04.2020: “Hochwasserschutz muss auch bei Extremwasser gelten” HWS-Extrem-NN

 Weitere “öffentliche” Texte/Medienberichte

Hochwasserschutz muss auch bei Extremwasser gelten 28.04.2020 HWS-Aufruf 2020

HWS-Rundbrief vom 22.09.2019: “Extremabflüsse dürfen den Niederrhein nicht erreichen, Risiko von Dauervernässung und Unbewohnbarkeit, Gebietsaugabe verhindern Rundbrief HWS-2

HWS-Dialogangebot: Infrastrukturschutz für Bergbaugebiete, Krisenprävention 14.06.2018 Infrastrukturschutz für Bergbaugebiete

Vierte industrielle Revolution 05.03.2018  Vierte industrielle Revolution gestalten

Land unter am Niederrhein NRZ 02.10.2014 NRZ-02-10-14 Orsoy

Deutschlandfunk-Bericht:  Niederrhein, Wassergefahren für alle Ewigkeit.
Gesendet am 13.07.2008. Abgesackt, was bleibt wenn der Bergbau geht?
Deutschlandfunk-Bericht

Moers 20XX: Versunken im neuen Meer des Niederrheins?
Die Abbaupläne der DSK für Walsum bedrohen die Sicherheit der Deiche – Moers ginge unter  RP-2.7.2001 Moers

Katastrophenschutz-Übung simulierte brechende Deiche: “Rheinflut 2000”
Test für den Ernstfall. NGZ-Neuss vom 23.10.2000 Rheinflut 2000-Bericht