⚖️ BÜRGERENGAGEMENT

Chronik & Dokumente

Rückblicke und deren Bewertung, Dokumentation,

Mehr als ein Vierteljahrhundert Engagement für die Sicherheit am Niederrhein

Was mit kritischen Fragen zum Hochwasserschutz begann, entwickelte sich seit 1996 zu einem beharrlichen bürgerschaftlichen Engagement für die Sicherheit und Zukunft unseres Lebensraumes. Hochwasser, Bergbaufolgen, Geländesenkungen und die Grenzen technischer Schutzsysteme führten immer wieder zu Gesprächen mit Bürgern, Fachleuten, Behörden und politischen Entscheidungsträgern. Die Chronik dokumentiert, wie aus ersten Fragen Erkenntnisse, aus Erkenntnissen Forderungen und daraus konkrete Vorschläge zur Schadensvorsorge entstanden sind.

Ab 2020 veränderten sich jedoch die gesellschaftlichen und medialen Rahmenbedingungen erheblich. Corona-Pandemie, Kriege und internationale Krisen, wirtschaftliche Probleme und nicht zuletzt die Flutkatastrophe im Ahrtal 2021 bestimmten zunehmend die öffentliche Wahrnehmung. Regionale Fragen zur langfristigen Zuverlässigkeit technischer Schutzsysteme, zu Bergbaufolgen und zur dauerhaften Sicherheit gefährdeter Lebensräume fanden dadurch nach unserer Wahrnehmung deutlich weniger Aufmerksamkeit. Gerade diese Entwicklung bestärkte uns darin, die über Jahrzehnte gewonnenen Erkenntnisse und offenen Fragen weiterhin zu dokumentieren.

Die folgende Chronik-HWS ist deshalb weit mehr als eine Sammlung von Terminen. Sie ist ein Stück Zeitgeschichte bürgerschaftlichen Engagements – und zeigt zugleich, wie lange bekannte Risiken bestehen können, ohne dass daraus zwangsläufig dauerhafte Lösungen entstehen.

Wer verstehen möchte, warum wir bis heute nicht aufgehört haben nachzufragen, findet in dieser Chronik die Hintergründe.

Übersicht über den Bürgeraktivitäten-Einsatz seit 1996 bis 2022: Chronik-HWS 

Übersicht zur Tätigkeit der Bürgerinitiativen am Niederrhein seit den 1990er Jahren. Chronik im Blickwinkel des SVN, HSV-N e.V. und  des HWS (HochWasser- und InfrastrukturSchutz-Initiative am Niederrhein)
seit 1996 -2022 > Chronik-HWS

WAS ist bis 2026 davon geblieben?

Bedrohungen:

– Nicht-Zuständigkeiten
– Aktiver Bergbau, Bergbaufolgen
–
 Ehrenamtliche Deichverbände, NICHT-Einhaltbare DSchVO

– Risiko Hochwasser/Starkregen
– Abflussloses Poldergebiet, Retensionsgebiet

Bürgerinteressen:

– Vorsorgeregeln unverbindlich
– Desinteresse für Risiken
– Mutlose Bürgerinteressen

Gründungsakt des Arbeitskreis der Rheinanlieger
Xanten-Birten am 10.05.2000    Pressebericht  RP 12.5.2000

Teilnehmer aus den Niederrheingebieten:
Duisburg/Walsum, Moers, Rheinberg, Dinslaken, Wesel/Büderich, Xanten/Birten, Rees/Emmerich/Elten, Kalkar, Kleve

Eine europäische Verkehrsvision – der fehlende Wasserweg zwischen Rhein, Maas und Schelde

Historische Planungen aufgreifen – europäische Wasserstraßen verbinden – Zukunft gestalten.

Seit Jahrzehnten beschäftigen sich Verkehrsplaner, Wissenschaftler und Wirtschaftsvertreter mit der Frage, wie das Rheinland und das Ruhrgebiet durch leistungsfähige Wasserstraßen besser mit den westlichen Nachbarländern Belgien, den Niederlanden und Frankreich verbunden werden können.

Historische Untersuchungen, Dissertationen und frühere Verkehrsplanungen belegen, dass diese Überlegungen keineswegs neu sind. Dennoch besteht bis heute eine bedeutende Verbindungslücke im westeuropäischen Binnenwasserstraßennetz.

Für die Hochwasserschutzinitiative am Rhein (HWS) war dies Anlass, die früheren Planungen erneut aufzugreifen. Als die Bundesregierung Vorschläge für den Bundesverkehrswegeplan einforderte, brachte der HWS die Vision eines schiffbaren Teilstromkanals Niederrhein–Maas–Schelde in die Diskussion ein.

Dabei ging es um weit mehr als eine zusätzliche Wasserstraße: Eine solche Verbindung könnte den Güterverkehr zwischen dem Rhein-Ruhr-Wirtschaftsraum und den westlichen europäischen Seehäfen verbessern, Straßen und Schienen entlasten und neue wirtschaftliche Entwicklungsmöglichkeiten eröffnen.

Die beigefügte Karte der Industrie- und Handelskammern im Rheinland verdeutlicht die vorhandenen Wasserstraßenverbindungen und lässt zugleich erkennen, welche strategische Bedeutung eine ergänzende Verbindung haben könnte.

Was früher geplant und wissenschaftlich untersucht wurde, sollte nicht allein Gegenstand historischer Betrachtungen bleiben.

Angesichts wachsender Verkehrsbelastungen, notwendiger Klimaanpassung und europäischer Wirtschaftsverflechtungen verdient diese länderübergreifende Infrastrukturidee eine erneute, ergebnisoffene Prüfung.

Die nachfolgenden Dokumente zeigen, wie weit die Überlegungen zurückreichen, welche Argumente für das Vorhaben sprechen und weshalb sich der HWS für die Wiederaufnahme dieser Verkehrsvision eingesetzt hat.

Die entscheidende Frage lautet: Können wir es uns auf Dauer leisten, eine solche europäische Verbindungsmöglichkeit ungeprüft zu lassen?

Bezug auf historische Aktivitäten:

Dissertation von 1920 von Dr. W. Warsch: Diss-1920
„Antwerpen, Rotterdam und ein Rhein-Maas-Schelde-Kanal.“

Dissertation von 2017 Dr. Lina Schröder:
„Der Rhein-(Maas-)Schelde-Kanal als geplante Infrastrukturzelle von 1946 bis 1986“ Diss-Einleitung

Aus der Geschichte lernen: (Planung: Wasserweg zwischen Rhein-Maas-Schelde)
1. Periode:  1626 bis 1838 Philipp IV, Napoleon Bonaparte
2. Periode:  1839 bis 1939 Mehrstaatliche Kooperation
3. Periode: 1939 bis 1963 1. Paradigmenwechsel, Albert Kanal
4. Periode: 1964 bis 1985  2. Paradigmenwechsel, Niederrheinische Initiative

Unser Plan: 5. Periode einleiten (Chronik): (bisherige Aktivitäten)

19.04.2016 Wissenschaftlicher Vortrag von Historikerin Frau Dr. Lina Schröder, Uni DUE, im Rahmen ihrer Dissertation über das „Projekt Teilstromkanal Niederrhein-Maas-Schelde?„
 Schroeder-Vortrag Uni

28.04.2016 HWS-Antrag auf „Schiffbare Anbindung des Niederrheins an das Belgische Kanalnetz“
BVWP-2030-Antrag HWS

Selbstkritik: Adressat war das BMVI (!). Es existiert kein Ministerium für integrierte, vernetzte Projekte und kein Lehrstuhl für Infrastrukturgeschichte in Deutschland.


21.09.2016
UNI DUE: Kooperationsmöglichkeiten im Verkehrsbereich. Informationsgespräch
UniDUE-WiGeo 21.9.16

26.07.2017 Nichtzulassung des HWS-Antrags durch das BMVI.
Keine Weiterleitung an eine höhere Instanz.
Antwort BVWP 26.7.17

25.10.2017 Antort MP Armin Laschet: „Für Kanalplanung etc. nicht zuständig.“
Fazit:
Für MP Laschet sind infrastrukturelle NRW-Themen nicht relevant. 

Stk-NRW 27.10.17

28.10.2016 HWS-Petition. Prüfung auf „Notwendigkeit und Machbarkeit eines Wasserweges nach Belgien“
Petition_68214

04.07.2017 Nachtrag zur HWS-Petition: Historischer Bezug, integriertes Projekt.
Nachtrag Petition 2016-n

26.06.2018 HWS-Dialog-Angebot: Infrastrukturschutz für Bergbaugebiete, Krisenprävention. Keine Resonanz!
Dialog mit HWS-a

02.07.2018 Petitionsausschuss Deutscher Bundestag:
„HWS-Anliegen wird nicht entsprochen.“

HWS: Antrag wird nicht als „Integriertes Projekt“ gesehen!
Pet-Antwort 07-2018-mKom

20.10.2018 HWS-Widerspruch zur Argumentation des Petitionsausschusses vom 02.07.2018.
Ergebnis: Keine Antwort. Petition-Widerspruch

Okt. 2018 HWS-Abfrage nach Durchführungsmöglichkeit einer Machbarkeitsstudie durch Universitäten, Institute etc.
Ergebnis: Ein „Integriertes Projekt“ erfordert diverse Fach-Abteilungen.
An Unterstuetzer

Okt.-Dez. 2018 HWS, Werbung zur Projektunterstützung an: MdB´s, MdL`s, MdEP´s, Konzerne, Wirtschafts-verbände, IHK´s etc.
Ergebnis: „… sehen Vorteile für Ökonomie/Ökologie, insbes. für die Nach-Braunkohle-Epoche und Sicherheit der NR-Metropole und Bergbaufolgenbewältigung …“

An Unterstuetzer , An Nutzer

06.04.2019 Resümee aus der Werbung für eine Machbarkeitsstudie
Ergebnisse Anfragen

14.04.2019 HWS an MP Laschet: „Chance für ein integriertes Projekt“
Antwort:
Kein Hinweis auf eine Prüfung des vorgetragenen Projektes!
Antwort MP 12-4-19, Integriertes Projekt-NRW

28.04.2020 HWS-Rundbrief 3 „Extremabflüsse dürfen den Niederrhein nicht erreichen“ Risikostudien und schadensverhindernde Richtlinien ohne politische Nachwirkung.    HWS-Aufruf 2020